Univ.-Prof. em. Dr. med. Dres. h.c.(U.Athen, U.MM) Bernd D. Domres – Tübingen

Univ.-Professor em. Dr. med. Dres. h. c. (U. Athen, U.M.M.) Bernd D. Domres [Eintritt in die DGKM 1982] gelang es in seiner ersten Präsidentschaft 1997 und 1998, die internationale humanitäre Hilfe und die Kooperation auf internationaler Ebene (Erdbeben, Tropenmedizin bei Flüchtlingsbewegungen, Kriegschirurgie) mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) und den Vereinten Nationen als weiteres Aktionsfeld der DGKM einzuschließen.
Prof. Domres vermochte es Zeit seines Lebens, sein akademisches Wirken effizient mit echter persönlicher humanitärer Hilfeleistung an den Brennpunkten des Weltgeschehens zu verknüpfen. Ob gegenüber hilflosen zivilen Opfern kriegerischer Auseinandersetzung in Kambodscha und in mannigfaltigen afrikanischen Staaten, ob bei Naturkatastrophen in Malaysia, Armenien, verschiedenen arabischen Ländern, der Türkei oder auf Haiti und in Pakistan, ob bei der Leitung medizinischer Einrichtungen in Deutschland, in Kuweit, in der Türkei, dem Libanon, der Republik Nigeria, Saudi-Arabien und vielen anderen Einsatzorten – jederzeit war Prof. Domres mit seiner gesamten Persönlichkeit aktiv vor Ort in zahlreichen Auslandseinsätzen zur Hilfeleistung bereit, wo solche benötigt wurde. Zugleich entwickelte er dabei wissenschaftlich fundierte und nachhaltig wirkende Einsatzkonzepte, welche sowohl im nationalen als auch international Rahmen Beachtung und Anwendung fanden.
Besonders zu erwähnen sei hier die Gründung des Sinu-German Institute for Disaster- and Emergency Medicine am Tongji Hospital in Wuhan im Dezember 2011 unter Beteiligung von deutschen und chinesischen Fachmedizinern und der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin, welches Qualifizierungs-maßnahmen und Schulungen in der Notfall- und Rettungsmedizin für chinesische Ärzte organisiert und Beratungsfunktionen beim Ausbau des Rettungswesens in der Provinz Hubei und anderen Provinzen Chinas wahrnimmt.

Gemäß dem ethischen Grundsatz der „Ehrfurcht vor dem Leben“ seines großen Vorbilds Albert Schweizer handelte er immer uneigennützig und stellte sein Wirken unter Hintansetzung der eigenen Person in den Dienst der Bedürftigen, Verletzten oder Erkrankten Betroffenen.

Während seiner ersten Präsidentschaft wurde das Gesetz zur Neuordnung des Zivilschutzes erlassen als Reaktion auf die damals neue geostrategische Lage nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Es folgte die Abschaffung von Ressourcen für den Zivilschutz wie die Bevorratung von Sanitätsmaterial, (unterirdische) Hilfskrankenhäuser, ABC-Schutz-Einheiten u.a., Einrichtungen, die für den Verteidigungsfall konzipiert waren – eine Fehlentscheidung, wie sich jetzt herausstellte.

Stets war es Prof. Domres ein besonderes Anliegen, die Katastrophenmedizin als obligates Modul in das Medizinstudium einzuführen. Auf seine Initiative und durch sein unermüdliches Bemühen gelang ihm mit Hilfe der Schutzkommission beim Bundesministerium des Innern, der er viele Jahre angehörte, im Jahr 2003 die Einführung der Katastrophenmedizin als Lehr- und Prüfungsfach in das Curriculum des Studiums der Humanmedizin.

Während seiner zweiten Präsidentschaft in den Jahren 2005 und 2006 feierte die DGKM ihr 25-jähriges Bestehen. Der Weltjugendtag 2005 mit dem Besuch des Papstes und die Fußballweltmeisterschaft 2006 waren Großveranstaltungen, für die Sicherheitskonzepte zu erarbeiten waren. Die schon erwähnten Risiken einer asymmetrischen Bedrohungslage in Deutschland verlangte nach praktikablen Konzepten u.a. für die Dekontamination Verletzter bei Freisetzung chemischer Kampfstoffe. Unter der Ägide von Prof. Domres arbeiteten Mitglieder der DGKM maßgeblich an diesen Konzepten mit, besonders in fruchtbarer Zusammenarbeit mit dem im Jahre 2004 gegründeten Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Prof. Domres ist Autor einer Vielzahl an Publikationen zu Fragen der Katastrophen-, Notfall- und Tropenmedizin, Traumatologie , Verbrennungen, sowie zu verschiedenen Themen der Luftrettung.

Die Intensität seiner fachlich hoch kompetenten, geduldigen, überzeugungs-kräftigen und menschlich angenehmen Beratung ist überall geschätzt.

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