Geschichte der DGKM
In den 1950er Jahren nahm weltweit die Anzahl der Katastrophen zu. Es fehlte jedoch jeglicher Zivilschutz und es bestand die Notwendigkeit mit Ärzten, Helfern und medizinischem Material zu helfen. Am 29.7.1980 wurde deshalb von 12 Mitgliedern in München die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. (DGKM e.V.) als wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft gegründet mit dem allgemeinen Ziel, die Katastrophenmedizin in Forschung, Lehre und Praxis auch gegen einen damals vorhandenen Widerstand aus falsch verstandenem Pazifismus zu fördern und zur Anerkennung zu bringen. Die DGKM sollte Ansprechpartner für alle medizinischen und pharmazeutischen Fragestellungen sein. Erster Präsident war der Ordinarius für Anästhesie der Ludwig-Maximilians-Universität München Prof. Dr. med. Klaus Peter.
Die Geschichte der DGKM vollzog sich seit der Gründung in Phasen, angepasst an Erfordernisse und Entwicklungen der nationalen und internationalen Gefahreneinschätzung und -Abwehr. In der Gründungsphase hatte sich die Gesellschaft sehr bald gegen die – geschichtlich begründete – vehemente Ablehnung der Katastrophenmedizin zu wehren. Der Widerstand basierte auf einer Ablehnung durch die sog. Atomkriegsgegner, die darin eine Unterstützung der zu dieser Zeit in Diskussion stehenden politischen Entscheidungen sahen. Atomkriegsgegner und Pazifisten verweigerten jegliche medizinische Hilfeleistung im Katastrophenfall. So manches Gründungsmitglied sah sich in der Folgezeit unmittelbarer Kritik ausgesetzt.
Die DGKM versteht sich als zentrale Ansprechpartnerin für medizinische und pharmazeutische Fragestellungen im Kontext des Bevölkerungsschutzes und fördert seit über vier Jahrzehnten den interdisziplinären Austausch auf nationaler und internationaler Ebene.
Entwicklung und Aktivitäten in den Jahren 1980 bis heute
Die frühen Jahre der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin waren geprägt von einer Standortbestimmung. Gründungsmitglied Prof. Dr. med. Ernst RebentischU schuf in den 1980er Jahren mit seinem „Handbuch der medizinischen Katastrophenhilfe“ das erste Standardwerk der Nachkriegszeit Deutschlands zu dieser Thematik. Dank seiner sorgfältigen Recherchen haben die Definitionen und Aussagen, insbesondere auch zur Nahtstelle Notfallmedizin/Katastrophenmedizin auch heute noch volle Gültigkeit.
Generaloberstabsarzt a.D. Dr. med. Hansjoachim LindeU förderte die praxisbezogene wissenschaftliche Forschung zur Lösung technischer Fragestellungen wie Entwicklung von Schienensystemen (Fixateur externe) zum Transport beim Massenanfall von Patienten (MANV).
Unter dem ersten Präsidenten, Prof. Dr. med. Klaus Peter (1980/1982) konnte bereits 1980 anlässlich der „Therapiewoche“ in Tübingen und 1981 bei einer wissenschaftlichen wehrmedizinischen Tagung erstmals „Katastrophenmedizin“ thematisiert und diskutiert werden.
Prof. Dr. med. Georg HebererU (1983/1984) organisierte und leitete 1983 die erste Tagung der DGKM mit internationaler Beteiligung.
Prof. Dr. med. Edgar UngeheuerU (1985/1986) hatte – als Unfallchirurg – den Dialog mit der Friedensbewegung der „International Physicians fort he Prevention of Nuclear War“ (IPPNW) versachlicht, indem er die wissenschaftlichen, traumatologischen Aspekte als wesentliche Säule in die Katastrophenmedizin mit einbezog.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Fritz H. KemperU (1987/1988) machte beim 4.DGKM-Kongress den Wert von „Ernstfall-Übungen“ deutlich: Mitten in einer Großstadt wurde ein Tanklastzug-Unfall simuliert, bei dem Chlorgas ausströmte.
In der Folge richtete Prof. Dr. med. Peter Sefrin (1989/1990) erstmals die katastrophenmedizinischen Aspekte auf Aufgaben der Krankenhäuser bei Großschadensereignissen und Katastrophen.
Prof. Dr. med. Günther HierholzerU (1991/1992) erweiterte die Aspekte der Katastrophenmedizin um die besondere Sicht auf Unfälle in Arbeitswelt und Industrie.
Während der 2. Präsidentschaft von Prof. Dr. med. Peter Sefrin (1993/1994) gelang die endgültige faktische Anerkennung der Katastrophenmedizin und somit der DGKM e.V. dadurch, dass der Katastrophenschutz umstrukturiert und mehr auf die Bewältigung von Großschadensereignissen, die unerfreulicherweise zunahmen, ausgerichtet und Katastrophenmedizin als notwendig-sinnvolle Hilfeleistung anerkannt wurde. Die Anästhesie und die präklinische Rettungsmedizin wurden als weitere wesentliche Säulen in die Katastrophenmedizin integriert.
Chefarzt Dr. med. Reinhold SchultzeU (1995/1996) setzte sich als Chirurg für pragmatische Lösungen ein. Er vollzog den Paradigmenwechsel von der Priorität der Bewältigungsstrategie hin zum Risikomanagement. Nach den Terror-anschlägen mit biologischen und chemischen Stoffen in Matsumoto 1994 und Tokio 1995 betonte er die Wichtigkeit, in den Vorsorgekonzepten Gefahren durch Terrorismus zu berücksichtigen.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Bernd D. Domres (1997/1998) schloss als weitere Säule der Katastrophenmedizin die Internationale Humanitäre Hilfe und die Kooperation auf internationaler Ebene (Erdbeben, Tropenmedizin bei Massenflucht, Kriegschirurgie) mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes und den Vereinten Nationen ein. Sein besonderes Anliegen, die Katastrophenmedizin als obligates Modul in das Medizinstudium einzuführen, wurde später – im Jahre 2003 – von der Studienkommission des Wissenschaftsrates verwirklicht.
Sein gemeinsam mit der Schutzkommission beim Bundesministerium des Innern, der DGKM e.V. und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in 2005 erstelltes Curriculum „Konzept zur katastrophenmedizinischen Ausbildung im studentischen Unterricht an deutschen Hochschulen“ wird bis heute umgesetzt.
Während dieser Amtszeit von Prof. Domres wurde das Gesetz zur Neuordnung des Zivilschutzes erlassen als Reaktion auf die neue geostrategische Lage nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Es folgte die Abschaffung von Ressourcen für den Zivilschutz wie Bevorratung von Sanitätsmaterial, unterirdische Hilfskrankenhäuser, ABC-Schutz-Einheiten u.a., Einrichtungen, die für den Verteidigungsfall konzipiert waren.
Priv. Doz. Dr. med. Heinz-Helge Schauwecker (1999/2000) stellte als Chefarzt der Unfallchirurgie des DRK-Klinikums Berlin die Planung der Katastrophen-bewältigung im Krankenhaus in den Vordergrund seines Engagements. Zusammen mit dem Berliner Senat wurde für Berlin ein Konzept der Zusammenarbeit der Krankenhäuser im Katastrophenfall erarbeitet einschließlich der Sichtung Verletzter bei einem Massenanfall von Patienten bzw. in einem Großschadens- oder Katastrophenfall.
Dr. med. Friedhelm BartelsU (2001/2002) hatte die schwierige Aufgabe, Konsequenzen für die Katastrophenmedizin nach dem verheerenden Terroranschlag auf das World Trade Center vom 11.09.2001 zu ziehen und thematisch innerhalb der DGKM umzusetzen. Als Bundesarzt des Arbeiter-Samariter-Bundes war für ihn der Einsatz ehrenamtlicher Helfer bei Feuerwehren, im Technischen Hilfswerk (THW) sowie in den Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) in der Notfallvorsorge und für den Einsatz bei Großschadensereignissen und Katastrophen unverzichtbar.
Oberstarzt a. D. Dr. med. Hanspeter Bubser (2003/2004) hatte die Aufgaben der Katastrophenmedizin in den Diskussionen und Planungen für neue Konzeptionen im Bevölkerungsschutz deutlich gemacht. Aus den Erkenntnissen zur asymmetrischen Bedrohung und Gefährdung durch den internationalen Terrorismus forderte er eine zielgerichtete Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz und des Personals im Gesundheitswesen mit praktischen Übungen zur Versorgung bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) v.a. bei biologischen und chemischen Unfällen und Gefahrenlagen.
Während der zweiten Präsidentschaft von Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Bernd D. Domres (2005/2006) feierte die DGKM ihr 25jähriges Wirken. Der Welt-Jugend-Tag 2005 mit dem Besuch des Papstes und die Fußballweltmeisterschaft 2006 waren Großveranstaltungen, für die Sicherheitskonzepte zu erarbeiten waren, auch in enger Zusammenarbeit mit dem im Jahre 2004 gegründeten Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
Im Schwerpunkt der 3. Präsidentschaft von Prof. Dr. med. Peter Sefrin (2007/2008) stand die weitere Integration der Katastrophenmedizin in den Bevölkerungsschutz, besonders in den Aufgabenbereichen CBRN (früher ABC)-Schutz und Pandemie-Vorsorgeplanung.
Während der Präsidentschaften von Ltd. Med. Dir. a. D. Dr. med. Sigurd Peters (2009/2010) sowie Chefapotheker a. D. Wolfgang Wagner (2011/2012) standen vor allen Dingen Konzepte des Krisenmanagements bei z.B. einer Influenza-Pandemie sowie das pharmazeutische Notfallmanagement bei einer Mangelversorgung mit Arzneimitteln, Medizinprodukten, Desinfektionsmitteln und persönlicher Schutzausrüstung im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit.
Prof. Dr. med. Leo Latasch (2012/2021) hat in seiner 10jährigen Präsidentschaft mit unvergleichlicher Empathie die Ziele unserer Gesellschaft verfolgt und unermüdlich vorangetrieben, trotz seiner arbeitsintensiven hauptberuflichen Tätigkeit als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der Stadt Frankfurt sowie zahlreicher anderer ehrenamtlicher Funktionen wie beispielsweise im Zentralrat der Juden oder im Deutschen Ethikrat.
Ein Schwerpunkt seiner Präsidentschaft war die Weiterentwicklung der präklinischen medizinischen Versorgung in groß dimensionierten MANV-Lagen. Unvergesslich ist uns allen sein Projekt SOGRO, Sichtung mit Hilfe von RFID-Tags, und der Großübung am Flughafen Frankfurt mit über 500 Verletzten oder seine Mitwirkungen in den Sichtungs-Konsensuskonferenzen der damaligen Schutzkommission der Innenministerkonferenz, später organisiert durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, bei denen Leo Latasch wirkungsvoll auch gerne einmal -wo nötig- dem allgemeinen Meinungsbild widersprach und damit seiner katastrophenmedizinische Kompetenz Nachdruck verlieh.
Einen großen Reputationsgewinn erfuhr die DGKM unter seiner Präsidentschaft durch die vorangetriebene Diskussion um bestehende Vorsichtungsverfahren und die überaus erfolgreiche Entwicklung des PRIOR®-Vorsichtungssystems zusammen mit dem BBK, das sich innerhalb kürzester Zeiteinen festen Platz neben den etablierten Algorithmen sichern konnte. Besonders bemerkenswert war dabei die aktive ehrenamtliche Projektarbeit von mehr als 30 DGKM-Mitgliedern.
Regelmäßig wirkte die DGKM bei den LÜKEX-Übungen des BBK mit, war am Europäischen Bevölkerungsschutzkongress aktiv beteiligt, der während der Pandemie nur noch virtuell stattfand, beteiligt sich bis heute an den Foren „Zusammenarbeit im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz“ und hatte die ideelle Schirmherrschaft der Hauptstadtkongresse der DGAI für Anästhesiologie und Intensivtherapie. Auch begann unter Leo Latasch‘s Ägide eine Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).
In den zurückliegenden Jahren haben die Mitglieder des Präsidiums und der Gesellschaft der DGKM in ihrem bürgerschaftlichen Engagement unverzichtbare Fortschritte in der Prävention, notfall- und katastrophen-medizinischen Behandlung, Rehabilitation und Risikomanagement zum Schutz von Leben, Gesundheit, Eigentum und Umwelt der Bürger auf nationaler und internationaler Ebene bewirkt. Dazu gehört auch die kompetente Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals für Großschadensereignisse in Zusammenarbeit mit der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz des Bundes in Bad Neuenahr-Ahrweiler.
1995 gelang die endgültige faktische Anerkennung der Katastrophenmedizin durch die Umstrukturierung des Katastrophenschutzes. Im Jahre 2005 wurde von der Studienkommission beim Bundesministerium des Innern, der DGKM e.V. und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe das Curriculum „Konzept zur katastrophenmedizinischen Ausbildung im studentischen Unterricht an deutschen Hochschulen“ implementiert.
Einen großen Reputationsgewinn erfuhr die DGKM durch die vorangetriebene Diskussion um bestehende Vorsichtungsverfahren und die Entwicklung des PRIOR®-Vorsichtungssystems zusammen mit dem BBK. Regelmäßig wirkte die DGKM bei den LÜKEX-Übungen des BBK mit und beteiligte sich bis heute an den Foren „Zusammenarbeit im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz“
Zahlreiche Publikationen wurden verfasst wie beispielsweise die Leitfäden Biologische Gefahren, Katastrophenpharmazie und der Leitfaden Katastrophenmedizin, dessen Aktualisierung ein Schwerpunkt der aktuellen Arbeit darstellt.
Ziele
Die DGKM e.V. verfolgt als primäres Ziel, bei Katastrophen und Großschadensereignissen eine bestmögliche Versorgung für die Vielzahl unterschiedlich Verletzter, Erkrankter und/oder Betroffener zu erreichen.
Dazu fördert und führt sie interdisziplinäre Aktivitäten durch, zum Beispiel
- Einrichtung von Arbeitsgruppen zur Erarbeitung praktikabler Konzeptionen für Legislative, Rettungsdienste, Bevölkerungsschutz und Krankenhausorganisationen
- Verbesserung der spezifischen Fortbildung von Ärzten und medizinischem Assistenzpersonal
- Gestaltung von Aufklärungskampagnen zur Prophylaxe von Großschadensereignissen
- Bewältigung von Katastrophenlagen und Verletzten im Krankenhaus
- Entwicklung von Konzeptionen zur Sanitätsmaterial-Bevorratung und Ressourcen-Nutzung.
Schwerpunkte der Arbeit sind
- Einbeziehung der Katastrophenmedizin in eine Gesamt-Notfallplanung
- Aus- und Weiterbildung in Katastrophenmedizin
- Aus- und Weiterbildung in Notfall- und Katastrophenpharmazie
- Ausarbeitung von medizinischen Versorgungsstrategien für Katastrophenfälle
- Erforschung von Strategien der medizinischen Versorgung unter besonderer Berücksichtigung der Laien-Hilfe vor Ort
- Krankenhaus-Notfallmanagement
- Beratung staatlicher und privater Stellen zur Katastrophenmedizin und –pharmazie
- Management kritischer Infrastrukturen
- Entwicklung von übergreifenden Konzepten in Absprache mit Standesorganisationen, staatlichen Institutionen und Hilfsorganisationen
Präsidenten der DGKM
Prof. Dr. med Klaus Peter – 1980-1882
Prof. Dr. med Georg Heberer ⴕ – 1983- 1984
Prof. Dr. med Edgar Ungeheuer ⴕ– 1985 – 1986
Prof. Dr. med Fritz H. Kemper ⴕ – 1987 – 1988
Prof. Dr. med Peter Sefrin – 1989 – 1990
Prof. Dr. med. Hierholzer ⴕ – 1991 – 1992
Prof. Dr. med Peter Sefrin 1993 – 1994
CA Dr. med Reinhold Schultze ⴕ 1995 -1996
Prof. Dr. med Dr. h.c. mult. Bernd D. Domres – 1997 – 1998
Priv. Doz. Dr. med Heinz-Helge Schauwecker 1999 – 2000
Dr. med Friedhelm Bartels ⴕ – 2001 – 2002
Oberstarzt a.D. Dr. med Hanspeter Bubser – 2003 – 2004
Prof. Dr. med Dr. h.c. mult. Bernd D. Domres – 2005 -2006
Prof. Dr. med Peter Sefrin – 2007 -2008
Ltd. Med. Dir. a. D. Dr. med. Sigurd Peters -2009 -2010
Apotheker a.D. Wolfgang Wagner – 2011 – 2012
Prof. Dr. med Leo Latasch – 2012 – 2021
Dr. med Andreas Follmann – 2022 – aktuell
Mitglieder
Die DGKM e.V. ist als medizinische Fachgesellschaft offen für den interdisziplinären Dialog und verfügt daher über ein breites Spektrum von Mitgliedern verschiedenster Tätigkeitsbereiche, die mit der Katastrophenmedizin befasst sind; dazu gehören
- Ärzte und Apotheker aller Fachrichtungen,
- Tierärzte,
- Pflegepersonal,
- Mitarbeiter von Krankenhausverwaltungen,
- Mitarbeiter aus administrativen Bereichen der Notfallvorsorge und des Gesundheitswesens,
- Mitarbeiter der zivilen Gefahrenabwehr Polizei — Feuerwehr — Technisches Hilfswerk,
- Angehörige aller Hilfsorganisationen, Mitarbeiter und Angehörige von Institutionen der Notfall- und Katastrophenvorsorge sowie der Katastrophenabwehr
Aktivitäten
Die DGKM engagiert sich weiterhin in der Entwicklung interdisziplinärer Bewältigungsstrategien und fördert den interprofessionellen Dialog rund um Katastrophenmedizin und -management. Sie pflegt internationale Kooperationen und Partnerschaften, um die Effektivität der Vorsorge und Bewältigung von außergewöhnlichen Ereignissen zu steigern.
Kongresse / Veranstaltungen (Auswahl)
- Jahrestagung der DGKM e.V., 06/1994, Bad Hersfeld. „Kompetenz beim Management des Massenanfalls von Patienten“
- Jahrestagung der DGKM e.V. 09/1998, Tübingen. „Internationale Katastrophenhilfe, humanitäre Einsätze, Luftrettung, telemedizinische Simulation, Krankenhauskatastrophenplanung, Tropenmedizin, Infektiologie und Seuchengefahr“
- Jahrestagung der DGKM e.V., 10/1999, Berlin. „Seuchen – Geisel der Menschheit“
- Jahreskongress der ÖNK und DGKM e.V., Berchtesgaden, 05/2000
Internationaler Kongress der DGKM e.V., 04/2002, Kiel. „Maritime Großschadensereignisse – gemeinsam retten – gemeinsam helfen“
Internationaler Kongress der DGKM e.V., 05/2003, Berlin. „Bedrohung durch biologische und chemische Substanzen“
Jubiläumskongress 25 Jahre DGKM e.V., 05/2005, Berlin. „Kritische Infrastrukturen“
Jahreskongress der DGKM e.V., 04/2007, Würzburg. „Katastrophenmedizin als Bestandteil des Bevölkerungsschutzes“
Jahreskongress der DGKM e.V. 05/2009, Berlin. „Unterschätzte Gefahren? Lebensmittelanschläge, Agrarterrorismus, Terror-anschläge, Flugunfälle, Personal in Krisengebieten schutzlos?“
Seminare für Katastrophenmedizin zu den Themen:
„Der Massenanfall von Geschädigten durch biologische und chemische Substanzen“ (06/2007, Leipzig)
„Großschadenslagen mit Transportmitteln – Flugunfall“ (10/2008, Leipzig)
Das global spürbar zunehmende Risiko für das Entstehen von Großschadens-ereignissen verdeutlichte die Notwendigkeit, dass wir uns auf die Versorgung einer Vielzahl verletzter und/oder erkrankter Patienten bzw. Betroffener am Schadensort sowie auch im Krankenhaus vorbereiten müssen.
Einen Massenanfall von Verletzten/Erkrankten/Betroffenen zu bewältigen,
stellt jedoch für den in unserem Gesundheitswesen individualmedizinisch Ausgebildeten keine Selbstverständlichkeit dar, sondern den Ausnahmefall, mit dem er während seiner Ausbildung und auch seinem späteren beruflichen Weg kaum oder gar nicht in Berührung gekommen ist.
Ein wesentlicher Bestandteil der Bewältigung eines Massenanfalls ist die Triage / Sichtung, bei der die Behandlungsdringlichkeit festgelegt wird.
Der verantwortlichen Ärztin / dem verantwortlichen Arzt wird neben hoher Sachkompetenz und psychischer Belastbarkeit zusätzlich noch eine Entscheidungsfindung im Minutentakt abverlangt.
Auch für jedes Krankenhaus stellt eine notwendige Durchführung einer Sichtung den elementaren Kern logistischer Herausforderung dar.
Seit 2002 führte die DGKM über 15 praxisnahe Kurse zur „Triage / Sichtung im Großschadensfall“ mit realitätsnahen Szenarien, in denen neben kurzen theoretischen Einführungsvorträgen insbesondere praxisorientiert anhand von klinisch-praktischen Übungen mit Verletztendarstellern an verschiedenen Plätzen der Rettungskette den in Notaufnahmen und Rettungsstellen tätigen Ärztinnen und Ärzten sowie auch Rettungssanitäterinnen und -Sanitätern die Möglichkeit gegeben wurde, eigene Vorgehensweisen zu überdenken, Sichtungs-Algorithmen zu vertiefen und sich mit Fachkollegen auszutauschen.
Nicht erst unter dem Eindruck aktueller Ereignisse sondern bereits seit 2008 bietet die DGKM Fortbildungen sowie Kurse zum sachgerechten Umgang und Arbeiten in Schutzkleidung bei z.B. CBRN-Lagen mit der Thematik „Barrier Nursing – Behandlung in persönlicher Schutzausrüstung (PSA)“ für Ärztinnen und Ärzte sowie Angehörigen von Rettungsdiensten und Pflegepersonal an mit der Möglichkeit, unter fachlicher Anleitung und unter Verwendung verschiedener real verwendeter Infektionsschutz-Sets das sichere An- und Auskleiden sowie das Arbeiten unter erschwerten Bedingungen praxisnah zu üben und von spezialisierten Referentinnen und Referenten sämtliche wichtige Themen rund um den Umgang mit infizierten oder kontaminierten Patienten zu erfahren.
