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Geschichte der DGKM

In den 1950er Jahren nahm weltweit die Anzahl der Katastrophen zu. Es fehlte jedoch jeglicher Zivilschutz und es bestand die Notwendigkeit mit Ärzten, Helfern und medizinischem Material zu helfen.  Am 29.7.1980 wurde deshalb von 12 Mitgliedern in München die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. (DGKM e.V.) als wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft gegründet mit dem allgemeinen Ziel, die Katastrophenmedizin in Forschung, Lehre und Praxis auch gegen einen damals vorhandenen Widerstand aus falsch verstandenem Pazifismus zu fördern und zur Anerkennung zu bringen. Die DGKM sollte Ansprechpartner für alle medizinischen und pharmazeutischen Fragestellungen sein. Erster Präsident war der Ordinarius für Anästhesie der Ludwig-Maximilians-Universität München Prof. Dr. med. Klaus Peter.

Die Geschichte der DGKM vollzog sich seit der Gründung in Phasen, angepasst an Erfordernisse und Entwicklungen der nationalen und internationalen Gefahreneinschätzung und -Abwehr. In der Gründungsphase hatte sich die Gesellschaft sehr bald gegen die – geschichtlich begründete – vehemente Ablehnung der Katastrophenmedizin zu wehren. Der Widerstand basierte auf einer Ablehnung durch die sog. Atomkriegsgegner, die darin eine Unterstützung der zu dieser Zeit in Diskussion stehenden politischen Entscheidungen sahen.  Atomkriegsgegner und Pazifisten verweigerten jegliche medizinische Hilfeleistung im Katastrophenfall. So manches Gründungsmitglied sah sich in der Folgezeit unmittelbarer Kritik ausgesetzt.

Die DGKM versteht sich als zentrale Ansprechpartnerin für medizinische und pharmazeutische Fragestellungen im Kontext des Bevölkerungsschutzes und fördert seit über vier Jahrzehnten den interdisziplinären Austausch auf nationaler und internationaler Ebene.

Entwicklung und Aktivitäten in den Jahren 1980 bis heute

Die frühen Jahre der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin waren geprägt von einer Standortbestimmung. Gründungsmitglied Prof. Dr. med. Ernst RebentischU schuf in den 1980er Jahren mit seinem „Handbuch der medizinischen Katastrophenhilfe“ das erste Standardwerk der Nachkriegszeit Deutschlands zu dieser Thematik. Dank seiner sorgfältigen Recherchen haben die Definitionen und Aussagen, insbesondere auch zur Nahtstelle Notfallmedizin/Katastrophenmedizin auch heute noch volle Gültigkeit.
Generaloberstabsarzt a.D. Dr. med. Hansjoachim LindeU  förderte die praxisbezogene wissenschaftliche Forschung zur Lösung technischer Fragestellungen wie Entwicklung von Schienensystemen (Fixateur externe) zum Transport beim Massenanfall von Patienten (MANV).

Unter dem ersten Präsidenten, Prof. Dr. med. Klaus Peter (1980/1982) konnte bereits 1980 anlässlich der „Therapiewoche“ in Tübingen und 1981 bei einer wissenschaftlichen wehrmedizinischen Tagung erstmals „Katastrophenmedizin“ thematisiert und diskutiert werden.
Prof. Dr. med. Georg HebererU (1983/1984) organisierte und leitete 1983 die erste Tagung der DGKM mit internationaler Beteiligung.
Prof. Dr. med. Edgar UngeheuerU (1985/1986) hatte – als Unfallchirurg – den Dialog mit der Friedensbewegung der „International Physicians fort he Prevention of Nuclear War“ (IPPNW) versachlicht, indem er die wissenschaftlichen, traumatologischen Aspekte als wesentliche Säule in die Katastrophenmedizin mit einbezog.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Fritz H. KemperU (1987/1988) machte beim 4.DGKM-Kongress den Wert von „Ernstfall-Übungen“ deutlich: Mitten in einer Großstadt wurde ein Tanklastzug-Unfall simuliert, bei dem Chlorgas ausströmte.
In der Folge richtete Prof. Dr. med. Peter Sefrin (1989/1990) erstmals die katastrophenmedizinischen Aspekte auf Aufgaben der Krankenhäuser bei Großschadensereignissen und Katastrophen.
Prof. Dr. med. Günther HierholzerU (1991/1992) erweiterte die Aspekte der Katastrophenmedizin um die besondere Sicht auf Unfälle in Arbeitswelt und Industrie.
Während der 2. Präsidentschaft von Prof. Dr. med. Peter Sefrin (1993/1994) gelang die endgültige faktische Anerkennung der Katastrophenmedizin und somit der DGKM e.V. dadurch, dass der Katastrophenschutz umstrukturiert und mehr auf die Bewältigung von Großschadensereignissen, die unerfreulicherweise zunahmen, ausgerichtet und Katastrophenmedizin als notwendig-sinnvolle Hilfeleistung anerkannt wurde. Die Anästhesie und die präklinische Rettungsmedizin wurden als weitere wesentliche Säulen in die Katastrophenmedizin integriert.
Chefarzt Dr. med. Reinhold SchultzeU  (1995/1996) setzte sich als Chirurg für pragmatische Lösungen ein. Er vollzog den Paradigmenwechsel von der Priorität der Bewältigungsstrategie hin zum Risikomanagement. Nach den Terror-anschlägen mit biologischen und chemischen Stoffen in Matsumoto 1994 und Tokio 1995 betonte er die Wichtigkeit, in den Vorsorgekonzepten Gefahren durch Terrorismus zu berücksichtigen.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Bernd D. Domres (1997/1998) schloss als weitere Säule der Katastrophenmedizin die Internationale Humanitäre Hilfe und die Kooperation auf internationaler Ebene (Erdbeben, Tropenmedizin bei Massenflucht, Kriegschirurgie) mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes und den Vereinten Nationen ein. Sein besonderes Anliegen, die Katastrophenmedizin als obligates Modul in das Medizinstudium einzuführen, wurde später – im Jahre 2003 – von der Studienkommission des Wissenschaftsrates verwirklicht.
Sein gemeinsam mit der Schutzkommission beim Bundesministerium des Innern, der DGKM e.V. und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in 2005 erstelltes Curriculum „Konzept zur katastrophenmedizinischen Ausbildung im studentischen Unterricht an deutschen Hochschulen“ wird bis heute umgesetzt.
Während dieser Amtszeit von Prof. Domres wurde das Gesetz zur Neuordnung des Zivilschutzes erlassen als Reaktion auf die neue geostrategische Lage nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Es folgte die Abschaffung von Ressourcen für den Zivilschutz wie Bevorratung von Sanitätsmaterial, unterirdische Hilfskrankenhäuser, ABC-Schutz-Einheiten u.a., Einrichtungen, die für den Verteidigungsfall konzipiert waren.
Priv. Doz. Dr. med. Heinz-Helge Schauwecker (1999/2000) stellte als Chefarzt der Unfallchirurgie des DRK-Klinikums Berlin die Planung der Katastrophen-bewältigung im Krankenhaus in den Vordergrund seines Engagements. Zusammen mit dem Berliner Senat wurde für Berlin ein Konzept der Zusammenarbeit der Krankenhäuser im Katastrophenfall erarbeitet einschließlich der Sichtung Verletzter bei einem Massenanfall von Patienten bzw. in einem Großschadens- oder Katastrophenfall.
Dr. med. Friedhelm BartelsU (2001/2002) hatte die schwierige Aufgabe, Konsequenzen für die Katastrophenmedizin nach dem verheerenden Terroranschlag auf das World Trade Center vom 11.09.2001 zu ziehen und thematisch innerhalb der DGKM umzusetzen. Als Bundesarzt des Arbeiter-Samariter-Bundes war für ihn der Einsatz ehrenamtlicher Helfer bei Feuerwehren, im Technischen Hilfswerk (THW) sowie in den Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) in der Notfallvorsorge und für den Einsatz bei Großschadensereignissen und Katastrophen unverzichtbar.
Oberstarzt a. D. Dr. med. Hanspeter Bubser (2003/2004) hatte die Aufgaben der Katastrophenmedizin in den Diskussionen und Planungen für neue Konzeptionen im Bevölkerungsschutz deutlich gemacht. Aus den Erkenntnissen zur asymmetrischen Bedrohung und Gefährdung durch den internationalen Terrorismus forderte er eine zielgerichtete Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz und des Personals im Gesundheitswesen mit praktischen Übungen zur Versorgung bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) v.a. bei biologischen und chemischen Unfällen und Gefahrenlagen.
Während der zweiten Präsidentschaft von Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Bernd D. Domres (2005/2006) feierte die DGKM ihr 25jähriges Wirken. Der Welt-Jugend-Tag 2005 mit dem Besuch des Papstes und die Fußballweltmeisterschaft 2006 waren Großveranstaltungen, für die Sicherheitskonzepte zu erarbeiten waren, auch in enger Zusammenarbeit mit dem im Jahre 2004 gegründeten Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
Im Schwerpunkt der 3. Präsidentschaft von Prof. Dr. med. Peter Sefrin (2007/2008) stand die weitere Integration der Katastrophenmedizin in den Bevölkerungsschutz, besonders in den Aufgabenbereichen CBRN (früher ABC)-Schutz und Pandemie-Vorsorgeplanung.
Während der Präsidentschaften von Ltd. Med. Dir. a. D. Dr. med. Sigurd Peters (2009/2010) sowie Chefapotheker a. D. Wolfgang Wagner (2011/2012) standen vor allen Dingen Konzepte des Krisenmanagements bei z.B. einer Influenza-Pandemie sowie das pharmazeutische Notfallmanagement bei einer Mangelversorgung mit Arzneimitteln, Medizinprodukten, Desinfektionsmitteln und persönlicher Schutzausrüstung im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit.
Prof. Dr. med. Leo Latasch (2012/2021) hat in seiner 10jährigen Präsidentschaft mit unvergleichlicher Empathie die Ziele unserer Gesellschaft verfolgt und unermüdlich vorangetrieben, trotz seiner arbeitsintensiven hauptberuflichen Tätigkeit als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der Stadt Frankfurt sowie zahlreicher anderer ehrenamtlicher Funktionen wie beispielsweise im Zentralrat der Juden oder im Deutschen Ethikrat.
Ein Schwerpunkt seiner Präsidentschaft war die Weiterentwicklung der präklinischen medizinischen Versorgung in groß dimensionierten MANV-Lagen. Unvergesslich ist uns allen sein Projekt SOGRO, Sichtung mit Hilfe von RFID-Tags, und der Großübung am Flughafen Frankfurt mit über 500 Verletzten oder seine Mitwirkungen in den Sichtungs-Konsensuskonferenzen der damaligen Schutzkommission der Innenministerkonferenz, später organisiert durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, bei denen Leo Latasch wirkungsvoll auch gerne einmal -wo nötig- dem allgemeinen Meinungsbild widersprach und damit seiner katastrophenmedizinische Kompetenz Nachdruck verlieh.
Einen großen Reputationsgewinn erfuhr die DGKM unter seiner Präsidentschaft durch die vorangetriebene Diskussion um bestehende Vorsichtungsverfahren und die überaus erfolgreiche Entwicklung des PRIOR®-Vorsichtungssystems zusammen mit dem BBK, das sich innerhalb kürzester Zeiteinen festen Platz neben den etablierten Algorithmen sichern konnte. Besonders bemerkenswert war dabei die aktive ehrenamtliche Projektarbeit von mehr als 30 DGKM-Mitgliedern.
Regelmäßig wirkte die DGKM bei den LÜKEX-Übungen des BBK mit, war am Europäischen Bevölkerungsschutzkongress aktiv beteiligt, der während der Pandemie nur noch virtuell stattfand, beteiligt sich bis heute an den Foren „Zusammenarbeit im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz“ und hatte die ideelle Schirmherrschaft der Hauptstadtkongresse der DGAI für Anästhesiologie und Intensivtherapie. Auch begann unter Leo Latasch‘s Ägide eine Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

In den zurückliegenden Jahren haben die Mitglieder des Präsidiums und der Gesellschaft der DGKM in ihrem bürgerschaftlichen Engagement unverzichtbare Fortschritte in der Prävention, notfall- und katastrophen-medizinischen Behandlung, Rehabilitation und Risikomanagement zum Schutz von Leben, Gesundheit, Eigentum und Umwelt der Bürger auf nationaler und internationaler Ebene bewirkt. Dazu gehört auch die kompetente Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals für Großschadensereignisse in Zusammenarbeit mit der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz des Bundes in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

1995 gelang die endgültige faktische Anerkennung der Katastrophenmedizin durch die Umstrukturierung des  Katastrophenschutzes. Im Jahre 2005 wurde von der Studienkommission beim Bundesministerium des Innern, der DGKM e.V. und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe das Curriculum „Konzept zur katastrophenmedizinischen Ausbildung im studentischen Unterricht an deutschen Hochschulen“ implementiert.

Einen großen Reputationsgewinn erfuhr die DGKM durch die vorangetriebene Diskussion um bestehende Vorsichtungsverfahren und die Entwicklung des PRIOR®-Vorsichtungssystems zusammen mit dem BBK. Regelmäßig wirkte die DGKM bei den LÜKEX-Übungen des BBK mit und beteiligte sich bis heute an den Foren „Zusammenarbeit im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz“

Zahlreiche Publikationen wurden verfasst wie beispielsweise die Leitfäden Biologische Gefahren, Katastrophenpharmazie und der Leitfaden Katastrophenmedizin, dessen Aktualisierung ein Schwerpunkt der aktuellen Arbeit darstellt.

Ziele

Die DGKM e.V. verfolgt als primäres Ziel, bei Katastrophen und Großschadensereignissen eine bestmögliche Versorgung für die Vielzahl unterschiedlich Verletzter, Erkrankter und/oder Betroffener zu erreichen.
Dazu fördert und führt sie interdisziplinäre Aktivitäten durch, zum Beispiel

  • Einrichtung von Arbeitsgruppen zur Erarbeitung praktikabler Konzeptionen für Legislative, Rettungsdienste, Bevölkerungsschutz und Krankenhausorganisationen
  • Verbesserung der spezifischen Fortbildung von Ärzten und medizinischem Assistenzpersonal
  • Gestaltung von Aufklärungskampagnen zur Prophylaxe von Großschadensereignissen
  • Bewältigung von Katastrophenlagen und Verletzten im Krankenhaus
  • Entwicklung von Konzeptionen zur Sanitätsmaterial-Bevorratung und Ressourcen-Nutzung.

 

Schwerpunkte der Arbeit sind

  • Einbeziehung der Katastrophenmedizin in eine Gesamt-Notfallplanung
  • Aus- und Weiterbildung in Katastrophenmedizin
  • Aus- und Weiterbildung in Notfall- und Katastrophenpharmazie
  • Ausarbeitung von medizinischen Versorgungsstrategien für Katastrophenfälle
  • Erforschung von Strategien der medizinischen Versorgung unter besonderer Berücksichtigung      der Laien-Hilfe vor Ort
  • Krankenhaus-Notfallmanagement
  • Beratung staatlicher und privater Stellen zur Katastrophenmedizin und –pharmazie
  • Management kritischer Infrastrukturen
  • Entwicklung von übergreifenden Konzepten in Absprache mit Standesorganisationen, staatlichen Institutionen und Hilfsorganisationen

 

Präsidenten der DGKM

Prof. Dr. med Klaus Peter  – 1980-1882

Prof. Dr. med Georg Heberer ⴕ – 1983- 1984

Prof. Dr. med Edgar Ungeheuer ⴕ– 1985 – 1986

Prof. Dr. med Fritz H. Kemper ⴕ – 1987 – 1988

Prof. Dr. med Peter Sefrin  – 1989 – 1990

Prof. Dr. med. Hierholzer ⴕ – 1991 – 1992

Prof. Dr. med Peter Sefrin 1993 – 1994

CA Dr. med Reinhold Schultze ⴕ 1995 -1996

Prof. Dr. med  Dr. h.c. mult. Bernd D. Domres  – 1997 – 1998

Priv. Doz. Dr. med Heinz-Helge Schauwecker 1999 – 2000

Dr. med Friedhelm Bartels ⴕ – 2001 – 2002

Oberstarzt a.D. Dr. med Hanspeter Bubser – 2003 – 2004

Prof. Dr. med Dr. h.c. mult. Bernd D. Domres  – 2005 -2006

Prof. Dr. med Peter Sefrin   – 2007 -2008

Ltd. Med. Dir. a. D. Dr. med. Sigurd Peters  -2009 -2010

Apotheker a.D. Wolfgang Wagner – 2011 – 2012

Prof. Dr. med Leo Latasch  – 2012 – 2021

Dr. med Andreas Follmann – 2022 – aktuell

 

Mitglieder

Die DGKM e.V. ist als medizinische Fachgesellschaft offen für den interdisziplinären Dialog und verfügt daher über ein breites Spektrum von Mitgliedern verschiedenster Tätigkeitsbereiche, die mit der Katastrophenmedizin befasst sind; dazu gehören

  • Ärzte und Apotheker aller Fachrichtungen,
  • Tierärzte,
  • Pflegepersonal,
  • Mitarbeiter von Krankenhausverwaltungen,
  • Mitarbeiter aus administrativen Bereichen der Notfallvorsorge und des Gesundheitswesens,
  • Mitarbeiter der zivilen Gefahrenabwehr Polizei — Feuerwehr — Technisches Hilfswerk,
  • Angehörige aller Hilfsorganisationen, Mitarbeiter und Angehörige von Institutionen der Notfall- und Katastrophenvorsorge sowie der Katastrophenabwehr

 

 Aktivitäten

Die DGKM engagiert sich weiterhin in der Entwicklung interdisziplinärer Bewältigungsstrategien und fördert den interprofessionellen Dialog rund um Katastrophenmedizin und -management. Sie pflegt internationale Kooperationen und Partnerschaften, um die Effektivität der Vorsorge und Bewältigung von außergewöhnlichen Ereignissen zu steigern.

Kongresse / Veranstaltungen (Auswahl)

  1. Jahrestagung der DGKM e.V., 06/1994, Bad Hersfeld. „Kompetenz beim Management des Massenanfalls von Patienten“
  2. Jahrestagung der DGKM e.V. 09/1998, Tübingen. „Internationale Katastrophenhilfe, humanitäre Einsätze, Luftrettung, telemedizinische Simulation, Krankenhauskatastrophenplanung, Tropenmedizin, Infektiologie und Seuchengefahr“
  3. Jahrestagung der DGKM e.V., 10/1999, Berlin. „Seuchen – Geisel der Menschheit“
  1. Jahreskongress der ÖNK und DGKM e.V., Berchtesgaden, 05/2000

Internationaler Kongress der DGKM e.V., 04/2002, Kiel. „Maritime Großschadensereignisse – gemeinsam retten – gemeinsam helfen“

Internationaler Kongress der DGKM e.V., 05/2003, Berlin. „Bedrohung durch biologische und chemische Substanzen“

Jubiläumskongress 25 Jahre DGKM e.V., 05/2005, Berlin. „Kritische Infrastrukturen“

Jahreskongress der DGKM e.V., 04/2007, Würzburg. „Katastrophenmedizin als Bestandteil des Bevölkerungsschutzes“

Jahreskongress der DGKM e.V. 05/2009, Berlin. „Unterschätzte Gefahren? Lebensmittelanschläge, Agrarterrorismus, Terror-anschläge, Flugunfälle, Personal in Krisengebieten schutzlos?“

 

Seminare für Katastrophenmedizin zu den Themen:

„Der Massenanfall von Geschädigten durch biologische und chemische Substanzen“ (06/2007, Leipzig)

„Großschadenslagen mit Transportmitteln – Flugunfall“ (10/2008, Leipzig)

Das global spürbar zunehmende Risiko für das Entstehen von Großschadens-ereignissen verdeutlichte die Notwendigkeit, dass wir uns auf die Versorgung einer Vielzahl verletzter und/oder erkrankter Patienten bzw. Betroffener am Schadensort sowie auch im Krankenhaus vorbereiten müssen.

Einen Massenanfall von Verletzten/Erkrankten/Betroffenen zu bewältigen,
stellt jedoch für den in unserem Gesundheitswesen individualmedizinisch Ausgebildeten keine Selbstverständlichkeit dar, sondern den Ausnahmefall, mit dem er während seiner Ausbildung und auch seinem späteren beruflichen Weg kaum oder gar nicht in Berührung gekommen ist.
Ein wesentlicher Bestandteil der Bewältigung eines Massenanfalls ist die Triage / Sichtung, bei der die Behandlungsdringlichkeit festgelegt wird.
Der verantwortlichen Ärztin / dem verantwortlichen Arzt wird neben hoher Sachkompetenz und psychischer Belastbarkeit zusätzlich noch eine Entscheidungsfindung im Minutentakt abverlangt.
Auch für jedes Krankenhaus stellt eine notwendige Durchführung einer Sichtung den elementaren Kern logistischer Herausforderung dar.

Seit 2002 führte die DGKM über 15 praxisnahe Kurse zur „Triage / Sichtung im Großschadensfall“ mit realitätsnahen Szenarien, in denen neben kurzen theoretischen Einführungsvorträgen insbesondere praxisorientiert anhand von klinisch-praktischen Übungen mit Verletztendarstellern an verschiedenen Plätzen der Rettungskette den in Notaufnahmen und Rettungsstellen tätigen Ärztinnen und Ärzten sowie auch Rettungssanitäterinnen und -Sanitätern die Möglichkeit gegeben wurde, eigene Vorgehensweisen zu überdenken, Sichtungs-Algorithmen zu vertiefen und sich mit Fachkollegen auszutauschen.

Nicht erst unter dem Eindruck aktueller Ereignisse sondern bereits seit 2008 bietet die DGKM Fortbildungen sowie Kurse zum sachgerechten Umgang und Arbeiten in Schutzkleidung bei z.B. CBRN-Lagen mit der Thematik „Barrier Nursing – Behandlung in persönlicher Schutzausrüstung (PSA)“ für Ärztinnen und Ärzte sowie Angehörigen von Rettungsdiensten und Pflegepersonal an mit der Möglichkeit, unter fachlicher Anleitung und unter Verwendung verschiedener real verwendeter Infektionsschutz-Sets das sichere An- und Auskleiden sowie das Arbeiten unter erschwerten Bedingungen praxisnah zu üben und von spezialisierten Referentinnen und Referenten sämtliche wichtige Themen rund um den Umgang mit infizierten oder kontaminierten Patienten zu erfahren.

 

 

 

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Profil der DGKM – Strategieausrichtung

DGKM stärkt und schärft ihr Profil – gemeinsam für eine starke Katastrophenmedizin

Die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) nimmt mit dem vor vier Wochen gewählten Präsidium eine strategische Schärfung und Präzisierung ihres Profils vor, um den sich wandelnden Risiken und Herausforderungen im Bevölkerungsschutz und in der Katastrophenmedizin auch künftig aktiv zu begegnen und diese mitzugestalten. Ziel ist es, die DGKM als führende wissenschaftliche Fachgesellschaft für Katastrophenmedizin und gesundheitlichen Bevölkerungsschutz weiter zu festigen, den interdisziplinären Austausch auch zu anderen Fachgesellschaften zu intensivieren und die Verbindung von Forschung, Praxis und Bildung nachhaltig zu stärken – insbesondere im Kontext sich wandelnder Rahmenbedingungen und Entwicklungen.

Einen zentralen Punkt stellt die Planung des 1. Deutschen Katastrophenmedizin-Kongresses, welcher am 14. und 15. November 2026 in Tübingen stattfinden wird, dar. Durch diesen will die DGKM eine zentrale bundesweite Plattform schaffen, auf der Expertinnen und Experten aus Medizin, Rettungswesen, Bevölkerungsschutz, Forschung, Verwaltung und Politik zusammenkommen, um aktuelle Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisorientierte Lösungsansätze zu diskutieren.

Bewährte Formate werden konsequent weiterentwickelt. Die erfolgreichen #disastertalk– und #disasterexperience-Veranstaltungen werden ausgebaut, um Wissenstransfer sowie Austausch über Einsatzrealitäten und die Vernetzung der Fachcommunity weiter zu fördern. Darüber hinaus nimmt die DGKM ihre Seminarangebote wieder auf und baut diese den aktuellen Anforderungen entsprechend aus, um sowohl Fachpersonal als auch ehrenamtlich Engagierte gezielt fortzubilden und zu qualifizieren.

Eine weitere Säule ist der Aufbau eines MANV-Registers (Massenanfall von Verletzten), das abgearbeitete Schadenslagen bündelt und künftig wertvolle Daten für Forschung, Qualitätsentwicklung und Einsatzplanung liefern soll. Parallel dazu arbeitet die DGKM an der Weiterentwicklung und Erstellung von Leitlinien, Handlungsempfehlungen und Checklisten, insbesondere in den Bereichen CBRN-Schutz (chemisch, biologisch, radiologisch, nuklear) sowie Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV). Ziel ist es, den Stand der Katastrophenmedizin auf wissenschaftlicher Grundlage stetig zu verbessern und praxisgerechte Standards zu etablieren.

Im Bereich des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes lädt die DGKM zum Gründungstreffen des Deutschen Netzwerks für den gesundheitlichen CBRN-Schutz ein. Dieses Netzwerk soll Akteure aus Medizin, Forschung, Behörden und Hilfsorganisationen zusammenbringen, um den Austausch, die Forschung und die praktische Vorbereitung auf CBRN-Lagen zu stärken.

Darüber hinaus engagiert sich die Gesellschaft zunehmend auch politisch: Mit der Umfrage zur Doppelbelastung und Doppelrolle im Bevölkerungsschutz konnten strukturelle Herausforderungen sichtbar gemacht und politische Forderungen zur Stärkung haupt- und ehrenamtlicher Einsatzkräfte abgeleitet werden.

Auch gesellschaftlich erweitert die DGKM ihre Perspektive: Mit „Kate, der Katastropheneule“ hat die Fachgesellschaft eine sympathische Identifikationsfigur geschaffen, um Kinder und Jugendliche frühzeitig an die Themen Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge heranzuführen. Damit leistet die DGKM einen Beitrag zur Bildung und Sensibilisierung der nächsten Generation.

Um ihre Wirkung weiter zu entfalten, setzt die DGKM auf bestehende Netzwerke und neue Kooperationen mit Partnern, die in das Profilbild der Katastrophenmedizin passen – von Fachgesellschaften und Hilfsorganisationen bis hin zu wissenschaftlichen Instituten.

Mit dieser breiten Aufstellung verfolgt die DGKM das Ziel, die Katastrophenmedizin in Deutschland als eigenständige, wissenschaftlich fundierte und gesellschaftlich relevante Disziplin zu verankern. Forschung, Ausbildung, Praxis und Politik sollen künftig noch enger miteinander verbunden werden – für einen starken, resilienten und handlungsfähigen Bevölkerungsschutz.

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AG- und PAG-Leitungen

  • AG und PAG-Leitungen

AG CBRN

Jürgen Schreiben

Dirk Steinritz

 

AG MDT

Jens Schiffner

Albrecht Scheuermann

 

AG Hauptstadt

Albrecht Scheuermann

 

PG PSVN

Peter Waterstraat

 

AG MANV-Register

Andreas Follmann

Tim Scheuerer

 

AG Bildung

Alexandra Geckeler

 

PAG DN

Andre´ Solarek

Inga Hennig-Finke

 

PAG ÖGD

Kay Bultmann

Daniel Lauer

 

PAG Notfallernährung

Frank Marx

 

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TELEPIK (aktuelles Projekt)

wir freuen uns, Ihnen heute mitteilen zu können, dass das Vorhaben „Tele-unterstützte Pflege im Katastrophenfall – Ein Konzept für den Betreuungsplatz Pflege (TELEPIK)“ die rechtsverbindliche Zusage des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) erhalten hat. Mit dem gestrigen 1. September 2025 startet das Verbundprojekt offiziell und wird bis zum 31. August 2027 durchgeführt.

 

Die Umsetzung erfolgt durch das DRK Generalsekretariat, Team Sicherheitsforschung (Verbundkoordination), die Uniklinik RWTH Aachen (UKA), Acute Care Innovation Hub sowie MA&T Sell & Partner GmbH (MA&T).

 

Das Konsortium bereitet in den kommenden Wochen die Auftaktphase und die ersten Arbeitspakete vor. Für Sie als assoziierte Partnerinnen und Partner wird es demnächst eine digitale Informationsveranstaltung geben, in der wir das Projekt im Detail vorstellen und die Einbindung der assoziierten Partner erläutern und besprechen. Eine Einladung folgt.

 

Wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihre Unterstützungsschreiben in der Antragsphase des Projekts. Der starke Kreis an assoziierten Partnern war zweifellos ein wichtiges Kriterium für die positive Bewertung unserer Projektidee und wird für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts von großer Bedeutung sein.

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PAG Notfallernährung / Disaster Nutrition

Die Projektarbeitsgruppe Notfallernährung der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) befasst sich mit der Sicherstellung einer bedarfsgerechten, sicheren und qualitativ hochwertigen Ernährung in Krisen-, Katastrophen- und Notfallsituationen.

Sie widmet sich der Entwicklung von Strategien, Konzepten und Standards zur Versorgung betroffener Bevölkerungsgruppen sowie von Einsatzkräften unter extremen Bedingungen. Dabei berücksichtigt sie medizinische, ernährungsphysiologische, logistische und hygienische Anforderungen ebenso wie vulnerable Personengruppen und besondere Versorgungsbedarfe.

Die Arbeitsgruppe versteht sich als interdisziplinäre Plattform für Fachpersonen aus Katastrophenmedizin, Ernährungswissenschaft, Pflege, Logistik, Hilfsorganisationen, Öffentlichem Gesundheitsdienst und Verwaltung, um eine verlässliche und resiliente Notfallernährungsstruktur zu fördern.

Ziele der Projektarbeitsgruppe

  • Sicherstellung einer adäquaten Ernährung in Krisen- und Katastrophenlagen
  • Entwicklung evidenzbasierter Konzepte zur Notfallverpflegung
  • Stärkung der Resilienz von Versorgungsstrukturen
  • Berücksichtigung spezieller Ernährungsbedarfe (z. B. Kinder, chronisch Kranke, Pflegebedürftige)
  • Unterstützung der Einsatzfähigkeit von Hilfs- und Rettungskräften durch optimierte Verpflegungskonzepte

Zentrale Aufgaben

  • Erarbeitung von Leitlinien und Handlungsempfehlungen zur Notfallernährung
  • Entwicklung von Standards für Lebensmittelqualität, -sicherheit und Hygiene in Notfallsituationen
  • Konzeption von Versorgungsstrategien für unterschiedliche Schadenslagen
  • Beratung von Behörden und Organisationen im Bevölkerungsschutz
  • Unterstützung der Aus- und Fortbildung im Bereich Notfallversorgung und Ernährung
  • Förderung von Forschung und Best Practice im Themenfeld Notfallernährung

Die Projektarbeitsgruppe trägt dazu bei, Ernährung als essenziellen Bestandteil der medizinischen und humanitären Versorgung in Krisensituationen strukturell zu verankern und ihre Bedeutung im Bevölkerungsschutz sichtbar zu machen.

Sie steht allen Mitgliedern der DGKM sowie interessierten Fachpersonen offen, die sich aktiv an der Weiterentwicklung einer qualitätsgesicherten und nachhaltigen Notfallernährung beteiligen möchten.

 

PAG-Leiter: Frank Marx

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